Wir sind Ihr Partner für Sorgerecht im Saarland

Fälle des Familienrechts sind sehr oft emotional aufgeladen und besonders trifft diese Aussage auf Auseinandersetzungen im Sorgerecht zu. Darum und weil es um existenzielle Fragen einer Familie geht, ist es immer ratsam mit einen Spezialisten zusammenzuarbeiten. Unsere Anwälte haben langjährige Erfahrung und stehen Ihnen zur Seite. Mit unserem Kanzleiteam in Blieskastel sind wir Ihr Partner für Sorgerecht im Saarland und der Pfalz. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Thematik bieten. Beachten Sie jedoch, dass man besonders in Fällen des Familienrechts lieber früher als später einen Fachmann zu Rate ziehen sollte. Denn oftmals ist Eile geboten, wenn die eigenen Interessen und die des Kindes gewahrt werden soll.

Wer hat das Sorgerecht?

Sorgerecht (Symbolbild)

Die Familie ist eine Rechtsinstitution, die einen besonderen Schutz vom Gesetzgeber genießt. So sind die Grundsätze der (Für-)Sorge von Kindern bereits im Grundgesetz verankert. Dort steht, dass es sowohl das Recht als auch die Pflicht der Eltern ist, sich um das gemeinsame Kind zu kümmern. In der Vergangenheit spiegelte dieser Satz in erster Linie bei verheirateten Eltern die Realität wieder. Denn vor dem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts von 2010 lag das Sorgerecht bei unverheirateten Eltern zunächst nur bei der Mutter. Der Vater konnte es zwar beantragen, hatte bei Ablehnung durch die Mutter jedoch nur begrenzt Möglichkeiten, das gemeinsame Sorgerecht zu erstreiten.

Dies hat sich mittlerweile verändert. Auch unverheiratet haben Väter nun Anspruch auf das Sorgerecht. Es kann ihnen nur dann vorenthalten werden, wenn das Gericht durch die gemeinsame Sorge das Kindeswohl gefährdet sieht. Dieser Fall liegt zum Beispiel vor, wenn zwischen den Eltern so starke Differenzen vorliegen, dass die Befürchtung besteht, das Kind könne für den Streit instrumentalisiert werden oder unnötig seelisches Leid davontragen (s.u. für weitere Beispiele). Die alleinige Ablehnung durch die Mutter, zum Beispiel da sie mit dem Vater nichts mehr zu tun haben will, reicht nicht aus und wird als Erklärung vor keinem Gericht Bestand haben.

Was ist mit dem Umgangsrecht?

Das Sorgerecht erklärt, wem die Gestaltung von Alltag und Erziehung des Kindes zusteht. Im Unterschied dazu geht es beim Umgangsrecht darum, wer überhaupt Kontakt zu dem Kind haben darf. Umgangsrecht haben grundsätzlich beide Elternteile. Auch bei getrennt lebenden Eltern liegt es in der Pflicht desjenigen, bei dem das Kind wohnt, dem anderen sein Umgangsrecht einzuräumen. Das bedeutet: Zeit und Raum hierfür zu schaffen. Streitpunkte sind oftmals die Häufigkeit und die Dauer der Besuche. Wird dies durch ein Elternteil verhindert, kann dies mitunter hohe Geldstrafen oder u.U. sogar Ordnungshaft nach sich ziehen. Denn was oft vernachlässigt wird: auch das Kind hat ein Anrecht auf Kontakt zu beiden Eltern. Auch andere Personen wie Geschwister, Großeltern, Tanten, Onkeln, usw. können ein Umgangsrecht haben. Immerhin ist auch der Einfluss der restlichen Familienmitglieder ein wichtiger Baustein in der Entwicklung eines Menschen.

Wer darf bei gemeinsamem Sorgerecht welche Entscheidungen treffen?

Eltern sind sich in Erziehungsfragen oft nicht einig; getrennt lebende Elternteilen oft umso mehr. Fragen des Alltags wurden in der Vergangenheit daher schon häufig vor Gerichten ausgehandelt. Klassische Beispiele sind Schlafenszeiten, Essgewohnheiten, Freizeitbeschäftigungen oder Benutzung von Facebook, Fernseher, Smartphone & Co. In aller Regel hat hier der betreuende Elternteil das Sagen, solange der Kläger keine nachhaltige Gefährdung des Kindeswohls nachweisen kann.

Bei Fragen, die nicht den Alltag betreffen, hat der nicht-betreuuende Sorgeberechtigte ein größeres Mitspracherecht. Zum Beispiel erfordern medizinische Eingriffe (ausgenommen Routine- und Notfalleingriffe wie Unfallbehandlung aber auch Impfungen) oder für das Kind getroffene Entscheidungen im Erbfall oder bei der Wahl einer Religion / Konfession die Einigung beider Sorgeberechtigter. Auch die Frage nach Taschengeld oder der Wahl von Schule oder Ausbildungsplatz obliegen bei geteiltem Sorgerecht beiden Eltern. Streitpunkt ist auch oft, bei wem das Kind leben soll. Denn beide Sorgeberechtigten haben ein Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das bedeutet, dass der Wechsel des Wohnorts von einem Elternteil zum Anderen nur gemeinsam entschieden werden darf.

Können sich die Eltern in solchen Fragen nicht einig werden, ist die letzte Option oftmals eine Auseinandersetzung vor dem Familiengericht. Mitunter kann dies sogar zum Entzug des Sorgerechts führen, wenn nachgewiesen werden, dass ein Elternteil offensichtlich entgegen dem Kindeswohl handelt. Wir stehen Ihnen jedoch jederzeit und unkompliziert zur Seite und betreuen Ihren Fall von Sorgerecht im Saarland.

Wann kann das Sorgerecht entzogen werden?

Die Mutter hat zunächst immer das Sorgerecht. Lebt Sie mit dem Vater in einer Ehe, hat dieser auch automatisch ein Sorgerecht. Sind die Eltern hingegen nicht verheiratet, muss der Vater dies erst beantragen. Allerdings kann es ihm nur verwehrt werden, wenn eine durch ihn verursachte Gefährdung des Kindeswohls nachgewiesen werden kann. Genau diese Gefährdung ist auch Voraussetzung für den Entzug eines Sorgerechts; sei es nun beim Vater oder bei der Mutter.

Entzogen kann das Sorgerecht nur durch das Familiengericht. Beispiele, in denen Gerichte in der Regel die einen Sorgerechtsinhaber als ungeeignet sehen, sind bei:

  • Finanzieller, mentaler, geistiger Überforderung mit der Erziehungsarbeit
  • Gefährlichem Umfeld wie zum Beispiel Mitgliedschaft in religiösen Sekten oder rechtsextremen Vereinigungen
  • Gefährdung des Kindesvermögen wie Veruntreuung von Spareinlagen des Kindes
  • Vernachlässigung bei ungenügender Pflege, mangelhafter Einkleidung, oder fehlender Aufsicht
  • Verstoß gegen Schulpflicht, die durch den Elternteil bewusst herbeigeführt wird
  • Kinderarbeit
  • Kinderkriminalität (das Kind „klauen schicken“)
  • Verweigerung des Umgangsrechts. Es gab Fälle, in denen Elternteile dem jeweils anderen den Umgang verboten haben und in Folge dadurch selbst das Sorgerecht verloren haben.

Worauf achten die Familiengerichte bei Sorgerechtsfällen?

Beim Entzug des Sorgerechts geht es nicht nur um die Verfehlungen des einen, sondern auch um die Qualitäten des anderen Partners. Das Gericht muss überzeugt werden, dass der andere Elternteil besser für das Kindeswohl Sorge tragen kann. Die Sachlage wird im Wesentlichen anhand von drei Faktoren bewertet:

  • Kontinuität: Kann der sorgerecht-beantragende Elternteil dauerhaft den finanziellen und emotionalen Bedürfnissen des Kindes gerecht werden? Dabei soll geprüft werden, ob eine dauerhaft stabile Erziehung möglich ist. Große Rolle spielt hierbei auch das Verhältnis des Kindes zu beiden Eltern.
  • Soziale Bindung: Das Kind sollte durch eine Übertragung des Sorgerechts und dem damit einhergehenden Umzug nicht aus einem sozialen Gefüge gerissen werden. Kann das Kind nach dem Umzug noch Kontakt zu seinen Freunden, Geschwistern sowie anderen Verwandten haben?
  • Förderung: Bei welchem Elternteil genießt das Kind die beste Förderung? In der Regel geht es hierbei um finanzielle Mittel und Bildungsstandard, die eine erfolgreiche Förderung des Kindes wahrscheinlicher machen sollen.

Beachten Sie, dass die Entscheidung letztlich immer beim Gericht liegt. Zwar finden die Kinder selbst auch Gehör; die weit verbreitete Meinung, dass das Kind ab 14 Jahren selbst entscheiden darf, ist jedoch falsch.

Wir sind Ihr Partner für Sorgerecht im Saarland und der Pfalz.

Als erfahrene Fachanwälte für Familienrecht stehen wir Ihnen zur Seite. Wir besprechen mit Ihnen Ihre Situation und bewerten gemeinsam mit Ihnen Ihre Möglichkeiten. Ihr Interesse und das Interesse Ihres Kindes stehen bei uns dabei im Vordergrund. Durch die Vielzahl an absolvierten Fällen im Sorgerecht im Saarland und der Pfalz sind wir in der Lage, Sie sowohl außergerichtlich als auch gerichtlich kompetent und zuverlässig vertreten. Da oft schnelles Handeln gefragt ist, zögern Sie nicht unser unverbindliches und konstenfreies Online-Beratungsformular zu verwenden oder uns anzurufen.