Hilfe bei Trennung und Scheidung im Saarland

Diese Seite soll Ihnen zum Thema Scheidung einen groben Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen geben. Natürlich ist jeder Fall anders. Wir möchten Sie daher darauf hinweisen, dass keine Webseite eine fundierte anwaltliche Beratung ersetzen kann. Gerne stehen wir Ihnen Im Falle einer Scheidung als Fachanwälte für Familienrecht in Blieskastel im Saarland zur Seite.

Die Ehe ist ausgelegt als lebenslange Vereinigung. Dies spiegelt in der heutigen Zeit jedoch nicht mehr die Realität wieder, denn heutzutage werden knapp die Hälfte aller Ehen wieder geschieden. Dennoch genießt die Ehe in Deutschland einen besonderen Schutz durch den Gesetzgeber. Daher rührt auch, dass die Ehe grundsätzlich nur auf drei Wegen beendet werden kann:

  • Das Versterben eines Ehepartners.
  • Die gerichtliche Scheidung. Eine außergerichtliche Scheidung ist nicht möglich.
  • Die Annulierung oder Aufhebung. Sie ist genau wie die Scheidung nur gerichtlich möglich.

Die Voraussetzungen zur Ehescheidung.

Grundvoraussetzung für die Scheidung sind die zwei folgenden Punkte:

  • Feststellung der gescheiterten Ehe ohne Bereitschaft zur Versöhnung.
  • Die Trennungsfrist von 1 Jahr (sog. Trennungsjahr) ist abgelaufen. Die Ausnahmen für diese Frist werden weiter unten behandelt.

Scheidung (Symbolbild)

Die Trennungsfrist beträgt meist, jedoch nicht immer, 1 Jahr.

Es gibt einige Fälle, in denen die Trennungsfrist länger oder kürzer als ein Jahr dauert. Diese sind jedoch die Seltenheit.

  • Trennungsfrist von bis zu 3 Jahren:
    Wünscht nur ein Ehegatte die Scheidung, der andere jedoch nicht, ist es mitunter fraglich, ob die Ehe als gescheitert gilt. So oder so wird eine Ehe jedoch nach spätestens 3 Jahren der Trennung als unwiderruflich zerrüttet beurteilt. In der Praxis muss man jedoch nur selten so lange auf die Scheidung warten. Heutzutage urteilen die meisten Richter so, dass der einseitige Scheidungswunsch bereits ausreicht, die Ehe als gescheitert zu bezeichnen – es bleibt dann bei einem Trennungsjahr.
  • Verkürzte Trennungsfrist:
    Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Trennungsfrist verkürzt werden kann. In der Regel geschieht dies, wenn der weitere Verbleib in der Ehe als unzumutbar eingeschätzt wird. Beispiele hierfür sind Misshandlungen, Drohungen Straftaten, etc. Untreue alleine reicht hierfür jedoch nicht aus. Das Beweisverfahren hierfür ist jedoch zusätzlich belastend und kann lange dauern. Häufiger ist es einfacher, das Trennungsjahr einfach abzuwarten.
  • Keine Scheidung trotz eingehaltener Trennungsfrist:
    Die Scheidung kann trotz abgelaufenem Trennungsjahr verwehrt werden, wenn dadurch das Kindeswohl gefährdet wird. Beispielsweise wenn das Kind glaubhaft versichern kann, dass es im Falle der Scheidung Selbstmord begehen will.

Das Trennungsjahr beginnt, sobald ein Ehegatte ausgezogen ist und die Scheidung wünscht, oder sobald die Ehegatten „von Tisch und Bett“ getrennt leben. Beiden Fällen ist gemein, dass die Eheleute kein gemeinsames Ehe- oder Familienleben mehr führen und auch der Haushalt getrennt ist. Ein freundschaftliches Miteinander (auch in der selben Wohnung) ist dabei jedoch nicht ausgeschlossen.

Was verändert sich im Trennungsjahr?

Im Trennungsjahr sind Sie nach wie vor verheiratet. Dennoch ändern sich dadurch für Sie einige Dinge. Dazu gehören:

  • Die Steuerklasse:
    Wie oben erwähnt ist wichtiges Merkmal der Trennung das Führen von getrennten Haushältern. Die (Noch-)Ehegatten sind nicht mehr berechtigt vom Ehegattensplitting Gebrauch zu machen. Sie müssen den Wechsel der Steuerklasse beim Finanzamt zum 01.01. des nächsten Kalenderjahres anmelden.
  • Trennungsunterhalt:
    Dem wirtschaftlich schwächeren Ehepartner steht für den Zeitraum der Trennung eine Unterhaltszahlung seitens des wirtschaftlich stärkeren Partners zu. Dies trifft auch zu, wenn beide in der selben Wohnung getrennt leben.
    Grob vereinfacht beträgt der Trennungsunterhalt in den meisten Fällen 3/7 der Differenz der bereinigten Nettoeinkommen beider Eheleute. Vom Nettoeinkommen werden vor Differenzbildung jedoch noch Pauschalen und Kredite abgezogen, insofern sie während der Ehe abgeschlossen wurden. Grundsätzlich wird der Trennungsunterhalt jedoch so berechnet, dass der wirtschaftlich stärkere Partner durch die Zahlung die Selbstbehaltsgrenze von 1.200€ netto im Monat nicht unterschreitet.

Die Scheidung selber und danach.

Derzeit ist es in Deutschland nicht möglich, sich ohne einen Anwalt zu scheiden. Denn nach wie vor muss der Scheidungsantrag anwaltlich eingereicht werden.

Mit der Scheidung verändern sich zahlreiche Dinge. Häufig schon während der Trennung stellen sich Fragen des Vermögensausgleichs (Zugewinnausgleich). Im weit gefassten Sinne geht es darum, wer was behalten darf bzw. welche Eigentümer aufgeteilt werden müssen. Angefangen vom Hausrat und Alltagsgegenständen bis hin zu Wertpapieren und Immobilien sollte im Idealfall bereits vor der tatsächlichen Scheidung alles geklärt sein. Denn gerade diese Punkte verursachen den größten Streit und treiben damit Anwalts- und Gerichtskosten in die Höhe. Beachten Sie, dass auch gemeinsame Schulden aufgeteilt werden. Lesen Sie hier mehr über Besitz in einer Ehe, Güterstände und in wie weit in Ihrem Fall ein Ehevertrag sinnvoll sein kann.

Ferner stellen sich mitunter Fragen des Umgangs- und Sorgerechts sowie Zahlungen der verschiedenen Formen von Unterhalt.

Benötigen Sie Hilfe bei einer Scheidung im Saarland?

Als erfahrene Fachanwälte für Familienrecht in Blieskastel im Saarland helfen wir Ihnen gerne, sollten Sie sich scheiden lassen. Sollten Sie sich zunächst nur über die Thematik informieren wollen, laden wir Sie herzlich ein, einen unserer Vorträge zum Thema in und um Blieskastel und die Saarpfalz-Region zu besuchen. Sollten Sie sich entschlossen haben, einen Anwalt einzuschalten, können Sie unverbindlich über unser Online-Beratungsformular Kontakt mit uns aufnehmen oder telefonisch einen Termin vereinbaren.