Beratung zur vorweggenommenen Erbfolge im Saarland

Bei der vorweggenommene Erbfolge (lebzeitige Übergabe) wird ein Teil des Erbes noch zu Lebzeiten des künftigen Erblassers an einen oder mehrere Erben übertragen. Es handelt sich dabei also um eine Schenkung. Kerngedanke ist, dass der Beschenkte das Vermögen nach dem Tod des Erblassers ohnehin erhalten sollte. Im folgenden Text möchten wir als Fachanwälte für Erbrecht in Blieskastel im Saarland Ihnen eine kurze Übersicht zur Thematik liefern.

Wann lohnt sich eine vorweggenommene Erbfolge / lebzeitige Übergabe?

Vorweggenommene Erbfolge (Symbolbild)

Es gibt viele Gründe über eine vorweggenommene Erbfolge nachzudenken. Beispielhaft möchten wir Ihnen die folgenden nennen:

  • Das elterliche Unternehmen wird im Erbfall mitunter zerschlagen. Dies kann durch eine wohlstrukturierte lebzeitige Übergabe verhindert werden. Typisches Beispiel ist der elterliche Hof, der von den Kindern fortgeführt werden soll. Lesen Sie mehr über Unternehmensnachfolge.
  • Zur Auszahlung von Pflichtteilsansprüchen müssen unter Umständen vererbte Immobilien verkauft werden. Dies lässt sich verhindern, wenn die Erben mit einer vorweggenommenen Erbfolge bedacht wurden. Hierfür muss die Anrechnung auf den Pflichtteil vertraglich festgehalten werden.
  • Eine lebzeitige Übergabe kann den Unterhalt des Schenkers sichern. So kann mit den Beschenkten (also meist den Kindern) eine Unterhaltszahlung vereinbart werden.
  • Schwächere Familienmitglieder wie sehr junge oder behinderte Kinder können abgesichert werden.
  • Es kann steuergünstig Vermögen auf die nächste Generation übertragen werden. Zwar unterliegen Schenkungen genauso wie der Erbfall der Erbschaftssteuer, allerdings werden stets nur die Schenkungsbeträge der letzten 10 Jahre berücksichtigt. Das heißt: übersteigt der zu vererbende Vermögenswert die gesetzlichen Freibeträge (z, B. 500.000 € beim Ehegatten/Lebenspartner oder 400.000 € bei Kindern; Stand 2009 § 16 ErbStG) lohnt es sich aus steuerlicher Sicht, bereits frühzeitig und in 10-Jahres-Abständen mittels lebzeitiger Übergabe die Vermögenswerte weiterzureichen.

Es gibt noch weitere Situationen, in denen eine vorweggenommene Erbfolge in Erwägung gezogen werden sollte. Diese lassen sich jedoch schwer pauschalisieren. Wir empfehlen daher, im Zweifelsfall einen Anwalt zu Rate zu ziehen. Somit vermeiden Sie unnötige Steuerzahlungen sowie unvorhergesehen Ansprüche, die nicht in Ihrem Interesse stehen. Gerne können Sie sich von unseren Fachanwälten für Erbrecht in Blieskastel im Saarland hinsichtlich vorweggenommener Erbfolge beraten lassen.

Was gilt es bei der vorweggenommenen Erbfolge zu beachten?

Mittels der vorweggenommenen Erbfolge übertragen Sie meist große Vermögenswerte. Es ist wichtig, sich gegen unvorhergesehene Fällen abzusichern.

  • Nießbrauchvorbehalt: Sollten Sie das Familienhaus vererben und dennoch weiter dort leben wollen, empfiehlt es sich einen Wohnrechtsvorbehalt / Nießbrauchvorbehalt zu vereinbaren.
  • Rückfallklausel: Sollte der Beschenkte (z.B. Sohn) vor dem Schenker (z.B. Vater) versterben oder aufgrund von Verschuldung das übergebene Eigentum (z.B. Haus) verkaufen müssen, kann mit einer Rückfallklausel der Besitz vom Schenker wieder zurückgefordert werden. Sollte der Beschenkte vor dem Schenker versterben wird so erreicht, dass der Besitz nicht in der Erbfolge des Beschenkten weitervererbt wird und zum Beispiel bei Kinderlosigkeit zu einem großen Teil an die Schwiegertochter weitergeht. Beachten Sie, dass bei Immobilien eine sog. Rückauflassungsvormerkung auch im Grundbuch hinterlegt sein muss.
  • Pflichtteilanrechnungsklausel: Wird ein Besitz (z.B. Haus) an nur einen von mehreren Erben verschenkt, so sollte festgehalten werden, dass der Vermögenswert auf den Pflichtteil angerechnet wird.
  • Ausgleichspflicht: Mitunter werden auch größere Werten nur an eines von mehreren Kindern übergeben. Beispielsweise wenn nur ein Kind daran interessiert ist, den elterlichen Betrieb fortzuführen. Dann sollte überlegt werden, ob ein Ausgleichspflicht gegenüber den anderen Geschwistern vereinbart werden sollte.
  • Rentenverpflichtung: Es kann vereinbart werden, dass als Gegenleistung für die lebzeitige Übergabe der Beschenkte dem Schenker eine Rente zahlen muss. Immerhin übergeben Sie einen (meist beträchtlichen) Teil Ihres Vermögens.
  • Pflegeverpflichtung: Ähnlich wie bei der Rentenverpflichtung kann im Rahmen einer vorweggenommenen Erbfolge auch die Pflege im Krankheitsfall abgesichert werden.

Wir beraten Sie zur vorweggenommenen Erbfolge im Saarland und der Region.

Diese Beispiele sollen Ihnen einen Teil der Dinge näherbringen, die es bei der lebzeitigen Übergabe zu bedenken gilt. Die oben genannten Klauseln haben bergen jedoch beträchtliche Konsequenzen und wie so häufig liegt der Teufel im Detail. Wir empfehlen Ihnen daher, lieber früher als später einen Fachanwalt für Erbrecht zu Rate zu ziehen. Dieser hilft Ihnen dabei, steuerliche Aspekte sowie auch die Absicherung des Schenkers zu berücksichtigen. Gerne beraten wir Sie in Blieskastel sowie dem restlichen Saarland. Nehmen Sie hierfür unverbindlich Kontakt mit uns auf oder nehmen Sie doch an einem unserer kostenfreien Vorträge zum Thema in der Saarpfalz-Region teil.